Weisweiler-Elf von Borussia Mönchengladbach zu Gast in Hüttenberg-Reiskirchen_0617

Warum ich die Sportfotografie aufgegeben habe

Es gibt Entscheidungen, die einem nicht leichtfallen. Die Aufgabe der Sportfotografie gehört für mich definitiv dazu. Denn eines möchte ich gleich vorwegnehmen: Ich habe die Sportfotografie nicht aufgegeben, weil ich sie nicht mehr geliebt habe. Ganz im Gegenteil.

Über viele Jahre durfte ich als Fotografin für die WNZ-Ausgabe (mittelhessen.de) zahlreiche sportliche Momente in der Region begleiten. Ich stand an Fußballplätzen, fotografierte Frauen- und Männerfußball, war in Handballhallen unterwegs, bei Tischtennis-Begegnungen dabei und durfte sogar einmal die Wetzlarer Open im Tennis fotografisch begleiten.

Jede Sportart hatte ihren eigenen Reiz. Im Fußball waren es die Emotionen, die Jubelszenen und die Enttäuschungen nach dem Schlusspfiff. Im Frauenfußball beeindruckten mich immer wieder Leidenschaft und Einsatz. Handball begeisterte durch seine Dynamik, Tischtennis durch die unglaubliche Geschwindigkeit und Konzentration. Und die Wetzlarer Open waren ein besonderes Erlebnis, weil sie noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Sportfotografie ermöglichten. Ein besonderes Highlight neben den Wetzlarer Open war, dass die Weisweiler-Elf von Borussia Mönchengladbach zu Gast in Hüttenberg-Reiskirchen war.

Ich habe unzählige Stunden am Spielfeldrand verbracht, viele Wochenenden investiert und noch mehr Stunden vor dem Bildschirm gesessen, um Bilder auszuwählen, zu bearbeiten und zu veröffentlichen.

Florian Gash vom SG Oberbiel 1 übergibt den Pokal an Ole Hoerr vom SC Waldgirmes 1929

Ich habe die Arbeit gerne gemacht, weil Sportfotografie für mich weit mehr war als nur das Drücken des Auslösers. Es ging darum, Emotionen festzuhalten und Erinnerungen zu schaffen. Doch Leidenschaft allein reicht nicht immer aus.

Ein wichtiger Punkt war die wirtschaftliche Seite. Über Pictrs habe ich über die Jahre versucht, meine Bilder auch direkt anzubieten. Die Realität war jedoch, dass sich die Bilder nicht in ausreichendem Maße verkauft haben, um den hohen zeitlichen Aufwand zu rechtfertigen.

Hinzu kamen erneute Honoraränderungen, die letztendlich meine Entscheidung, die Sportfotografie aufzugeben, deutlich beschleunigt haben. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich ehrlich fragen muss, ob Aufwand und Ertrag noch in einem gesunden Verhältnis stehen. Für mich war diese Frage am Ende nicht mehr mit Ja zu beantworten.

Gleichzeitig gab es die Hoffnung, wieder dort Fuß zu fassen, wo ich bereits 2009 mit großer Leidenschaft tätig war: in der Konzertfotografie. Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt.

Das schmerzt mich durchaus, denn Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Die Konzertfotografie war für mich immer etwas Besonderes. Die Energie einer Live-Show, das Zusammenspiel von Licht, Emotionen und Musik – dort war ich in meinem Element.

Besonders stolz bin ich auf die Momente, die ich in der Konzert- und Eventfotografie festhalten durfte. Dazu gehören fotografische Eindrücke rund um „Wetten, dass..?“-Momente sowie Konzerte, bei denen ich Künstler wie Gregor Meyle, die damals noch aufstrebende Band Luxuslärm, heute die Lärmer und den Pianisten Joja Wendt vor meiner Linse hatte. Diese Erlebnisse gehören zu den Höhepunkten meiner fotografischen Laufbahn und zeigen mir bis heute, wie sehr die Verbindung von Fotografie und Musik zu mir passt.

Ich bin dankbar für die vielen Jahre in der Sportfotografie. Für die Begegnungen mit Sportlern, Trainern und Vereinsverantwortlichen. Für die Emotionen am Spielfeldrand. Für die besonderen Momente, die ich mit meiner Kamera einfangen durfte. Und für die vielen Bilder, die heute Erinnerungen an Siege, Niederlagen und unvergessliche Augenblicke sind.

Auch wenn dieses Kapitel für mich beendet ist, bleiben die Erinnerungen bestehen. Meine letzten Galerien bei Pictrs sind weiterhin online. Vielleicht entdeckt der eine oder andere noch einmal ein Bild, das ihn an einen besonderen Moment erinnert. Manchmal endet ein Kapitel nicht, weil die Liebe dafür verschwunden ist. Manchmal endet es einfach, weil sich die Rahmenbedingungen verändern und man erkennt, dass es Zeit ist, loszulassen.

Ich habe die Sportfotografie nicht aufgegeben, weil ich sie nicht mehr mochte. Ich habe sie aufgegeben, obwohl ich sie geliebt habe. Und dennoch werde ich immer dankbar dafür sein, dass ich über viele Jahre Menschen, Emotionen und Geschichten mit meiner Kamera festhalten durfte.

Hier ein kleiner Auszug aus meiner Zeit und der Sport-, Konzert- und Eventfotografie